Mikro-GC

Philosophie des Mikro-GC-Konzeptes

Zwischen "konventionellem Gas Chromatographen" und Mikro-GC besteht ein konzeptioneller Unterschied. Konventionelle GCs bestehen (häufig) aus einem komplexen System aus Vorsäulen, Analysensäule(n) und Detektor(en), individuell an die Messaufgabe angepasst und im Betrieb (Backflush, Temperaturprogramm) für die Aufgabe optimiert. Im Mikro-GC kommen fertige Module aus Injektor, Säule und Detektor zum Einsatz. Einerseits schränkt das die Freiheitsgrade des Aufbaus ein, reduziert aber andererseits die Toleranzen und erhöht die Reproduzierbarkeit und ermöglicht eine - für einen GC - extreme schnelle Messung. Falls es die Aufgabe erfordert, werden einfach mehrere isotherm betriebene Komplettmodule nebeneinander verwendet, und die analytische Aufgabe auf diese Module aufgeteilt.

Aufbau des GCX-Mikro-GC

Der Mikro-GC bietet Platz für vier Analytik-Module, die beliebig kombiniert werden und weitgehend unabhängig voneinander arbeiten können (eigener Injektor, eigenes Trägergas, eigene Säule, eigener Detektor, eigene Betriebsbedingungen (Injektionsvolumen, Temperatur, Trägergasfluss). Gemeinsam genutzt werden die Probenahme und die Logik zur Steuerung des Gerätes.

 

Micro-GC-Analytikmodul

 

Injektionssysteme

Angeboten werden vier Injektionssysteme mit

konstantem Injektionsvolumen liefert beste Wiederholbarkeit der Messung
variablen Injektionsvolumen bietet größere Flexibilität in der Anpassung an den Messbereich; insbesondere im unteren Konzentrationsbereich
mit Backflush-System verhindert die Kontamination mit Komponenten,
in dem diese wieder rückwärts ausgespült werden,  
kombinierbar mit variablem und mit konstantem Injektionsvolumen

 

Säulen

Die folgende Tabelle zeigt die verfügbaren Säulen und die gängigen Anwendungen

Säule Backflush Gängige Anwendungen
OV 1 (4 - 14m) X C3-C10-Kohlenwasserstoffe, Aromaten, Lösemittel, Halogen-Anästhetika, BTEX, FCKW, Acrolein, Aceton, Ethanol
OV-1701 (8m)   Erdgas-Odoriermittel (THT), C6-C10-Kohlenwasserstoffe
CpSil13CB   Erdgas-Odoriermittel (TBM), C3-C9-Kohlenwasserstoffe, Schwefel- bzw. Halogenverbindungen
Molsieb 5A (10,30m) X Permanentgase:CH4, CO, H2, N2, O2, He, Ar, Ne, Xe
PLOT U (8m) X C1-C4-Kohlenwasserstoffe, flüchtige Lösemittel, N2, N2O, CO2, CH4, NH3, H2S, Acetylen, Ethan, chlorierte Ethylene
PLOT Q (8m)    
Stabilwax   hochsiedende Lösemittel, Acetaldehyd, Methyl-Ethyl-Keton, Acrylnitril, Glycole, Nitromethan, etc
Al2O3 PLOT (10m) X  
Wax DB  (10m)    


Detektor

In der Multikomponentenanalyse bietet die Gaschromatographie mit WLD (= Wärme-Leitfähigkeits-Detektor ) das anpassungsfähigste Messverfahren. Der WLD kann prinzipiell alle Gaskomponenten detektieren, wobei seine Empfindlichkeit umso besser ist je größere das Mollmassenverhältnis zischen Messkomponente und Trägergas ist.

 

Anwendungen

Mit dem GCX lassen sich vor allem Permanentgase und kurzkettige organische und hetero-organische Verbindungen messen (beispielsweise:He, H2, O2, N2, CO, CO2, Edelgase, C1-C7- Kohlenwasserstoffe (in Einzelfällen auch höhere), Sauerstoffverbindungen wie Methanol, Ethanol, Formaldehyd, Acetaldehyd, Aceton, DME, Chloroform, Trichlorethylen, Perchlorethylen, Aromaten wie Benzol, Toluol, Schwefelverbindungen wie H2S, flüchtige Merkaptane, SO2, SF6; SO2F2, Weniger geeignet ist der GCX für korrosive Gase und für hochsiedende Verbindungen, bzw für die Messung von Spuren im ppb-Bereich. Die Nachweisgrenze liegt unter idealen Bedingungen (großer Mol-massenunterschied zwischen Messkomponente und Trägergaskomponente bei wenigen ppm im einstelligen Bereich. Das Gerät ist konzipiert für kontinuierliche Monitoring-Aufgaben als auch für Einzelmessungen.